MultiOS Browser Test Blog

Navigation

Accessibility Blog Parade 2007

Accessibility Blog Parade

Anhand folgender Webseite möchte ich gerne einige mir wichtige Punkte aufzeigen und etwas zum Nachdenken anregen.

» externer Link zu Lebenshilfe angesagt…

Diese Webseite wurde in Zusammenarbeit von Menschen mit und ohne Behinderung erstellt und soll mir immer wieder zeigen, das ich nicht vergessen sollte über den Tellerrand zu schauen.

  • Passende Bilder zur Navigation (Visualisierung)
  • Texte vorlesen lassen (Akustische Möglichkeiten)
  • Deutliche und aussagekräftige Symbole
  • Farbwahl und Kontraste

Nehme ich jetzt eine x-beliebige Webseite die mit Bobby (Watchfire) ein sehr hohes WAI Level erreicht und vergleiche solch eine Seite mit der Seite von Lebenshilfe Angesagt, stelle ich doch einige Unterschiede fest. Sehe ich als Mensch ohne Behinderung alle Bedürfnisse und kann diese richtig umsetzen?

Anfangen möchte ich anhand der bekannten und oft genutzten Skip-Links im Zusammenhang von mobilen Geräte und Screenreader. Ein, wie ich finde, schönes Beispiel um unterschiedliche Sichtweisen aufzuzeigen:

  • für mobile Geräte sollten Skip-Links sichtbar sein
  • für Screenreader können sie visuell unsichtbar sein

Verzichte ich aufgrund des Designs auf visuelle Skip-Links oder sollten eigentlich nicht doch beide Möglichkeiten abgedeckt werden und eine bessere Zugänglichkeit zu erreichen?

Das nächste Beispiel zeigt weitere Kriterien, die ich oft auf Webseiten vermisse. Wie steht es mit Schriftgrößen, Farben und Kontraste?

  • Menschen ohne visuelle Einschränkung sehen gut
  • Menschen mit Farb- und Sehschwächen könnten Schwierigkeiten bekommen
  • Schriften verkleinern oder vergrößern, bricht das Layout auseinander?
  • Wird jeder Browser unterstützt (IE und fixe Schriftangaben)?
  • Ist genügend Kontrast vorhanden (Farbwahl)?

Ein weiterer wichtiger Punkt, der scheinbar vielen unbekannt ist, sind die Anzeige-Systemeinstellungen (Darstellung am Monitor mit 96dpi oder 120dpi).

Windows hat per default Installation eine Schriftgröße von 96dpi eingestellt, was normaler Schriftgröße entspricht. Menschen mit Sehschwächen nutzen aber 120dpi, also den großen Font. Hat man ein Layout in einer Darstellung von 96dpi erstellt mit 80 Zeichen pro Zeile, so kommt man bei einer Darstellung mit 120dpi auf bis 15 Zeichen weniger pro Zeile. Im schlimmsten Fall finden Schriftüberläufe in den Textbereichen statt, es erscheinen Scrollbalken oder bei der CSS Funktion <overflow:hidden;> werden Navigation und Texte gar nicht oder nur unvollständig angezeigt, weil sich Bereiche überlappen. Der Browser Firefox ignoriert diese Einstellung des Betriebssystems bei Linux, MacOS oder Windows und benutzt seine eigene Schriftgröße. IE, Opera, Konqueror oder Safari nicht.

Auch Bildschirmauflösungen können Barrieren sein. Wie sieht die Seite mit 800×600 oder 1900×1600 aus? Passt sie sich dem Browserfenster an (flüssiges/elastisches Layout), muss man horizontal scrollen um alles lesen zu können (fixe Breite) oder entsteht rechts und links ein großer leerer Raum?

Ein ebenso wichtiger Punkt ist die Lesbarkeit von Inhalten. Ist eine einfache Wortwahl gewählt worden oder strotzt der Inhalt mit Fachbegriffen? Sind diese Fachwörter mit acronym/abbr entsprechend gekennzeichnet worden?

Ja, was machen dann aber Benutzer die keine Maus benutzen können? Der erklärende Titel erscheint nur beim Überfahren mit der Maus und ist, je nach Einstellung, auch nur für den Screenreader lesbar. Stört der erklärende Titel den Lesefluss? Existiert für Tastaturnutzer ein Glossar? Ist dieses Glossar auch für Screenreader und andere Medien entsprechend aufbereitet oder nur eine schier endlose Auflistung von Erklärungen? Wurde auch daran gedacht, das jeder Browser die Kennzeichnug von Abkürzungen unterschiedlich darstellt (Vergleiche zwischen Firefox, Safari oder IE)? Wurde CSS zur visuellen Kennzeichnung verwendet? Ist diese visuelle Kennzeichnung beim Drucken ebenfalls sichtbar oder wurde es für den Druck entsprechend aufbereitet?

Weitere mir wichtige Ansatzpunkte:

  • mit Tastatur oder anderen Hilfsmitteln bedienbar
  • selbsterklärende Navigationen und Webinhalte
  • logische Struktur in der Webseite
  • verschiedene Medien (Druck/Kleinbildschirme/TV)
  • Browser abwärts Kompatibilität

Den Punkt Flashseiten möchte ich hier nur als Denkanstoß auflisten, da Flash diesen Artikel sprengen würde (ab Adobe FlashPlayer Version 8 ist es möglich diese durch Einsatz von ActiveScripting zugänglich zu machen).

Der Artikel läßt sich beliebig erweitern und soll zum Nachdenken anregen das jeder Mensch Barrieren sehr unterschiedlich wahrnimmt, abhängig von seinen eigenen Bedürfnissen, seines Standpunktes oder seiner Behinderung.

Weiterführender Link:
» Accessibility Blog Parade 2007

Kommentarfunktion ist deaktiviert

 

Nach oben